Neben AG's zu verschiedenen Themen wie "Sexismus und Homophobie", "Pro NRW" oder "Tipps und Tricks für Antifas" wird es ein Zeitzeugengespräch geben sowie eine Veranstaltung mit Antifas aus Russland. Die Arbeitsgruppen sind so konzipiert, dass Ihr Euch auch noch kurzfristig mit Euren Ideen einbringen könnt und diskutieren könnt, was Euch unter den Nägeln brennt.
Am Samstagnachmittag steht die offizielle Gedenkveranstaltung des Arbeitskreises "Blumen für Stukenbrock" an. Für weitere Infos schaut auf: Antifa Workcamp
Am 02.08.2008 protestierten in Bad Nenndorf 300 Menschen mit einer Demonstration "Für ein nazifreies Schaumburg" gegen den Aufmarsch von 400 Neonazis. Dazu aufgerufen hatte das "Bündnis für ein nazifreies Schaumburg". Spätestens seit dem vergangenen Samstag ist nicht mehr zu übersehen, dass der Kurort für die Nazis zu einer Art Wallfahrtsort geworden ist, an dem sie jedes Jahr im Juli/August ihr menschenverachtendes Geschichtsbild zelebrieren und den Nationalsozialismus verherrlichen.
Im Gegensatz zum letzten Jahr, als die Anzahl der Nazis noch unter der Marke von 200 geblieben war, nahmen am Samstag ca. 400 Nazis an dem „Trauermarsch“ teil. Im Jahr 2005 berichtete der Londoner „Guardian“ über das Bad Nenndorfer Militärgefängnis im „Wincklerbad“, in welchem die britischen Behörden nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs Nazi-Kriegsverbrecher und vermeintliche Sowjetspione inhaftierten. Im Zeitraum von 1945-1947 kam es laut „Guardian“ dort zu Misshandlungen an den Gefangenen von Seiten der Wärter. Nachdem dies der britischen Öffentlichkeit bekannt geworden war, wurde das Lager 1947 geschlossen und die Ereignisse in einem Prozess in London aufgearbeitet.
Die Nazi-Szene in Ostwestfalen und Schaumburg hat dies aufgegriffen und versucht seit 2005 Bad Nenndorf in ein Art Wunsiedel zu verwandeln. In Wunsiedel befindet sich das Grab des Hitler-Stellvertreters Rudolf Hess, weswegen das bayerische Dorf in den letzten 20 Jahren zu einer Kultstätte für Nazis geworden ist. Ganz in ihrem Element versuchen nun die Nazis in Bad Nenndorf die Geschichte so zu recht zu biegen, dass es ihren Interessen dient und trauern nun um Mitglieder der Waffen-SS und anderer faschistischer Organisationen, die im Militärgefängnis interniert waren. Geschichte wird verdreht: Täter werden zu Opfern und Befreier zu Verbrechern erklärt, die sich nicht von den Nazis unterschieden hätten. So sollen die Verbrechen ihrer NS-Vorbilder relativiert werden. Dabei zeigt dieses Beispiel doch deutlich, dass es hinsichtlich Intention und Ausmaß Unterschiede gibt. Während es sich bei den Taten der britischen Wärter um Ausnahmen handelte, die von der britischen Regierung nicht gebilligt waren und demnach juristisch aufgearbeitet wurden, waren die Verbrechen des NS-Regimes gewollt und im Ausmaß einzigartig.
Die bunte, friedliche und lautstarke Demonstration des Bündnisses für ein nazifreies Schaumburg konnte zwar ein deutliches Zeichen gegen das Auftreten der Nazis in Bad Nenndorf setzen, den Nazi-Aufmarsch allerdings nicht verhindern. Die Polizei, die mit knapp 1000 PolizistInnen im Einsatz war, sorgte dafür, dass die Nazis den antifaschistischen Protest nicht zu sehen bekamen. Wir gehen allerdings davon aus, dass ihnen unsere Lautstärke das „Trauern“ erschwerte. Die antifaschistische Demonstration war trotz der zahlreichen Schikanen der AntifaschistInnen bei der Anreise gut besucht. Weiter erschwert wurde die Versammlungsfreiheit der Antifas durch das enge Polizeispalier und die aberwitzigen Auflagen der Polizei, die im Laufe der Demonstration sogar noch verschärft wurden, obwohl von unserer Seite alles friedlich blieb. Es bleibt zu hoffen, dass sich im nächsten Jahr mehr Bad Nenndorfer Bürger an der antifaschistischen Demonstration beteiligen und sich nicht vom martialischen Polizeiaufgebot abschrecken lassen.
Mehr Infos findet ihr bei Hiergeblieben
Am Mittwoch, den 23. Juli, findet ab 17 Uhr (Beginn am Hauptbahnhof) eine Antifa-Demonstration gegen die zunehmend dreister auftretenden Nazis in Ahlen statt. Seit ungefähr 2 Jahren existieren die sogenannten "Autonomen Nationalisten Ahlen" schon. In dieser Zeit haben sie sich vor allem dem Verkleben von Propaganda verschrieben.
Wahrscheinlich durch das Wegschauen der Stadtverwaltung und Polizei ermutigt, die immer wieder behaupteten, dass es in Ahlen keine Nazi-Szene gebe, agieren sie nun aggressiver. Kam es schon vorher zu Bedrohungen von AntifaschistInnen und solchen, die von den Nazis für Antifas gehalten wurden, erreicht dies nun eine neue Stufe. So kam es in der vergangenen Zeit zu Sprühereien von Nazis, in denen sie zum Mord ("Kill your local Antifa") an Antifas aufrufen. Begleitet werden diese Drohungen mit Veröffentlichungen von "Steckbriefen" vermeintlicher Antifas im Internetauftritt der Ahlener Nazis.
Höchste Zeit also zu handeln und den Nazis zu zeigen, dass Ahlen nicht "ihre Stadt" ist. Auch jetzt tönen sie wieder herum, sie würden Gegenaktionen initiieren.
Kein ruhiges Hinterland!
Mehr Informationen findet ihr bei der Antifa Ahlen .
Wieder hat es in Minden ein Neonazi-Konzert gegeben. Etwa 150 Rechtsextreme sollen am Samstagabend "mitgefeiert" haben. Die Polizei informierte die Bevölkerung bislang nicht über das erneute Konzert mit Rechtsradikalen, darunter bekannte Neonazi-Schläger.
Die "Abschiedsfeier" wurde für den in Minden lebenden Neonazi Marcus W. organisiert, der am Montag eine mindestens neunmonatige Haftstrafe in der JVA Bückeburg (Schaumburg) angetreten hat.
Mehr Informationen findet Ihr bei Hiergeblieben oder Indymedia .
Die neuste Ausgabe der antifaschistischen NRW-Zeitschrift LOTTA beschäftigt sich mit einem der wohl meist diskutierten Erscheinungen des bundesdeutschen Neonazismus: den so genannten Autonomen Nationalisten (AN). Die „Rechts-Autonomen“ sind vor allem seit der 1.Mai-Demo in Hamburg vielen ein Begriff. Ihren Schwerpunkt haben sie aber in NRW, vor allem im Ruhrgebiet und im Rheinland.
Auf 12 Schwerpunkt-Seiten gibt die Redaktion einen Einblick in die Ideologie, den Entstehungskontext und die Strukturen der Autonomen Nationalisten. Ein weiterer Artikel zeigt die Spannungen zwischen ANs und NPD auf, ein Interview mit der Antifaschistischen Koordination Köln und Umgebung diskutiert mögliche Gegenstrategien. Auf den folgenden 48 Seiten bietet die LOTTA wie gewohnt fundierte Recherchen und Analysen. Außerdem gibt es noch aktuelle Artikel zur Jungen Freiheit, der rechten Hoolband Kategorie C, über das Verbot des Holocaust-Leugner-Zentrums Collegium Humanum, sowie über neonazistische Strukturen im Nachbarland Niedersachsen.
Der Verband ist ein Ableger der extrem rechten so genannten "Bürgerbewegung pro Nordrhein-Westfalen". Diese wiederum entstand aus der "Bürgerbewegung pro Köln" heraus, die bei den Kommunalwahlen 2004 in Köln auf 5 Prozent der Stimmen kam.
Die Gruppierung, die sich offen als rechtspopulistisch bezeichnet aber nicht rechtsextrem genannt werden möchte, versucht sich mit ihrem Titel "Bürgerbewegung" als bürgernah zu präsentieren.
Dem entsprechend treten sie, im Gegensatz zu anderen rechten Organisationen, gezähmt auf. Doch dies kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass ihr Personal und ihre Inhalte aus dem extrem rechten Lager stammen.
Der Wahlkampf in Köln von 2004 zeigt, wie sich Ressentiments der Bürgerschaft gegen einen Moscheebau in rassistischer Weise ausnutzen lassen. Der NRW-Vorsitzende Markus Beisicht war schon bei
Republikanern und der Deutschen Liga für Volk und Heimat (DLVH) aktiv. Die letzte Ausgabe der "Lotta - Antifaschistische Zeitung für NRW" hat sich schwerpunktmäßig der "Pro"-Formation gewidmet.
Link zu Lotta
Verl (ehl). Von Efeu umrankt, steht er seit Jahren an der Hauptstraße und hält die Erinnerung an das Schicksal der jüdischen Familie Hope im Nationalsozialismus wach. Jetzt ist der Gedenkstein von Unbekannten mit schwarzer Farbe beschmiert worden.
"Es sieht so aus, als hätte jemand einen Topf Farbe über den Stein gekippt", meint Hauptkommissar Hans-Georg Ameling. Die Polizei ermittelt nach dem Hinweis eines Verler Bürgers inzwischen wegen "gemeinschädlicher Sachbeschädigung", auch der Staatsschutz werde in solchen Fällen automatisch eingeschaltet, teilte Ameling auf Anfrage mit. Wann genau der Gedenkstein mit dem Davidstern und der Inschrift "Der Familie Hope zum Gedenken" beschmiert wurde, ist zurzeit noch offen. "Eine schlimme Sache", kommentierte Bürgermeister Paul Hermreck das Geschehen. Für die Beseitigung der Schmiererei durch eine Spezialfirma sei bereits gesorgt.
Der Gedenkstein wurde seinerzeit auf Initiative von Dr. Ingrid Große-Rüschkamp an der Hauptstraße - gegenüber dem ehemaligen Wohnhaus der Familie Hope - errichtet. Er erinnert an die Verfolgung und Ermordung der jüdischen Familie, die in Verl im Juli 1942 ausgelöscht wurde. Nachdem andere Familienmitglieder die Gemeinde aus Angst vor dem nationalsozialistischen Regime verlassen hatten, wurden Laura und Otto Hope sowie Anna Wichelhausen geborene Hope im Sommer 1942 von den Nationalsozialisten verhaftet und in Konzentrationslager verschleppt, wo alle drei ums Leben kamen.
Die Erinnerung an ihr Schicksal halten unter anderem auch eine Dauerausstellung im Heimathaus, die Erläuterung zum Straßenschild "Hopeweg" und die Veröffentlichung des Heimatvereins "Unser liebes, gutes Verl hat alle Anziehungskraft für mich verloren - Verfolgung, Vertreibung und Vernichtung der Verler Juden in der NS-Zeit" wach.
Mehrere Busse und PKW vollgepackt mit Nazis waren am 1. Mai aus der Region nach Hamburg gefahren. Nicht alle Nazis konnten mit diesen wieder zurückreisen, denn ein bedeutender Teil ihrer Fortbewegungsmittel wurde von erlebnisorientierten Jugendlichen entglast oder mittels Feuer stillgelegt.
Wenn man den Aussagen eines von SpiegelTV interviewten Busfahrers Glauben schenken darf, wurden zuvor u.a. HartzIV-EmpfängerInnen mit entsprechender Fahrerlaubnis behördlicherseits zum Einsatz als Nazi-Chauffeur genötigt (Bei Weigerung Leistungsentzug). Einige wurden von dieser Zumutung durch die Beschädigung ihres Kfz freundlicherweise erlöst.
Ein Fotograf war nun so zuvorkommend, auf Indymedia eine größere Zahl seiner am 1. Mai getätigten Aufnahmen zur Verfügung zu stellen. Aus dem Material geht hervor, welche Persönlichkeiten
aus unserer Region sich in Hamburg so rumgetrieben haben.
An der Anwesenheit von Marco Siedbürger von der Nationalen Offensive Schaumburg lässt sich gut ablesen, wie erfolgreich Polizei und Justiz bei dem Bemühen sind, die Öffentlichkeit vor rechten Straftätern zu schützen.
Siedbürger, der wegen gefährlicher Körperverletzung mit Todesfolge bereits 5 Jahre hinter Gittern verbracht hat, wurde im Oktober 2007 vom Amtsgericht Nienburg zu 18 Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt. Dennoch kann er ein halbes Jahr später noch immer an neonazistischen Aufmärschen im gesamten Bundesgebiet teilnehmen.
In einem wenig erfreulichen Sinne beachtlich.
#219Eine Dokumentation der recht umfangreichen Berichterstattung findet Ihr auf Hiergeblieben . Am Mittwoch wurde bekannt, dass das Innenministerium die Vereine „Collegium Humanum“, „Bauernhilfe e.V.“ und den „Verein zur Rehabilitierung der wegen Bestreitens des Holocaust Verfolgten“ verboten hat. Zeitgleich wurden in mehreren Bundesländern 30 Objekte durchsucht.
Die verbotenen Vereine stellten eine Vernetzung von Holocaust-Leugnern dar, die sich regelmäßig im Gebäude des Vereins „Collegium Humanum“ in Vlotho getroffen haben. Dort sind auch entsprechende Publikationen produziert worden.
Seit Jahren gibt es Proteste von AntifaschistInnen gegen dieses Zentrum in Vlotho. Als besonders skandalös muss der Umstand bezeichnet werden, dass der Verein „Collegium Humanum“ wegen seiner Gemeinnützigkeit steuerliche Vergünstigungen erhalten hat. Den Protesten der AntifaschistInnen schlossen sich vor einiger Zeit auch die Vlothoer LokalpolitikerInnen, sowie jüngst sogar OppositionspolitikerInnen im Landtag an, die auf eine Aberkennung der Gemeinnützigkeit des Vereins drängten.
Nun herrscht allerorten Erleichterung über das Verbot der Vereine. Besonders den BürgerInnen von Vlotho sei es gegönnt. Wir haben jedoch noch nicht vergessen, dass der Staat, der sich in diesem Fall als antifaschistisch präsentiert, die GegnerInnen des Collegiums immer wieder mit Repressionen überzogen hat.
Der 8. Mai 1945 markiert das Ende der nazistischen Diktatur. Mit ihm endeten die Durchhalteparolen und die Illusion vom „Endsieg“. Mit ihm endete auch die systematische Vernichtungspolitik der Nazis. Für Millionen von KZ-Häftlingen, Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern, Widerstandskämpferinnen und Widerstandskämpfern, Sinti und Roma, politischen Gegnern und sonstigen "Feinden" war die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht am 8. Mai 1945 der Tag der Befreiung.
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